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Zu Gast bei Herr Franz (09.03.2018)

Zu Gast bei Herr Franz

Ich habe in den letzten Tagen eine Umfrage der AK zum Thema „Die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung wird bei einem 12-Stunden-Arbeitstag“ gelesen und will kurz darüber berichten. Es nahmen an dieser Umfrage 17.711 Personen teil. Befragt wurden großteils ArbeitnehmerInnen.

Folgende Punkte sind bemerkenswert:

  • 73 Prozent sagen, sie waren schon bisher vereinzelt bis regelmäßig von einem 12-Stunden-Tag betroffen.
  • 53 Prozent sagen, dass die Arbeitszeit von 12 Stunden an einem Tag durch Anordnung des Arbeitgebers zustande kam.
  • Ein Drittel davon hat diese Anordnung erst am selben Tag mitgeteilt bekommen.
  • Männer sind mit 82 Prozent noch stärker betroffen, als Frauen mit 66 Prozent.

Insbesondere Frauen sehen ein Problem mit der Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung. Sind sie es doch, die nach wie vor die Hauptverantwortung für die Familienarbeit übernehmen.

Folgende Kommentare gaben die Befragten in der Umfrage ab:

Neben der quantitativen Analyse, sind die Kommentare der Befragten besonders eindringlich: „Ständige Erschöpfung“, „Kein Privatleben“, „Keine Zeit für Familie mehr“.

Es ist ein Faktum laut der Analyse der AK, dass es in Österreich einen großen Mangel an Betreuungsplätzen, die mit einer Vollzeitarbeit mit acht Stunden täglich vereinbar sind gibt. Nur jedes 7. Kleinkind hat einen solchen Platz, und nur 40 Prozent der 3- bis 6-Jährigen. Wollen wir unseren Kindern eine Betreuung von mindestens 13 Stunden pro Tag zumuten? Denn das würde es bedeuten, wenn Eltern einen 12-Stunden-Tag hätten in ihrer Arbeit. Abgesehen davon, dass es solche Kinderbetreuungsplätze derzeit in Österreich so gut wie nicht gibt. Die Wahrheit laut Umfrage der AK ist, dass 59 Prozent der Frauen und 45 Prozent der Männer sagen, sie hätten „ein echtes Problem“.

Ein 12-Stunden-Tag ist:

  • Absolut familienunfreundlich!
  • Es wäre katastrophal für die Familien.
  • Die Belastung vor allem für Alleinerziehende ist physisch und psychisch enorm.

Ich frage mich immer wieder und will einen Denkanstoß geben zu diesem Thema. „ Geht es der Wirtschaft gut, geht es uns allen gut.“ Den Ausspruch haben wir doch alle schon gehört, aber was ist mit uns Menschen in dieser Wirtschaft? Darüber sollten wir nachdenken. Ich kann nur sagen, zum Glück gibt es die Arbeiterkammer in Österreich, die sich der Sorgen aller ArbeitnehmerInnen annimmt.

Euer

Herr Franz