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Aufgaben und Werte der „Liste Perspektive“

UNSER VEREIN

Am 23. Februar 2009 begann die “Perspektive-Bewegung” ihre Arbeit mit der Organisation und Planung für die damals bevorstehenden Arbeiterkammer-Wahlen. Am 09. September 2009 erfolgte die Gründung des Vereins „Perspektive“, deren Dienste sich in einem breiten Spektrum erstrecken.

Als Beispiele können genannt werden:

  • Beratung;
  • Ausfüllhilfe bei diversen Formularen;
  • Unterstützung bei der Kommunikation mit Behörden, Gerichten und sonstigen Einrichtungen;
  • Seminare & Konferenzen zu sozialen und gesellschaftslichen Themen.

Die Vereinsarbeit ist für die “Liste Perspektive” in der Arbeiterkammer von essentieller Bedeutung. Sie ist die Grundlage für den ständigen Kontakt und Komunikation zur Bevölkerung und zur Basis. Zudem stellt die Vereinsarbeit der “Liste Perspektive” Informationen zur Verfügung, die bei der Vorbereitung von Gesetzesanträgen berücksichtigt werden können.

UNSERE WERTE

Mission

Die Schaffung und Stärkung eines gesellschaftlichen Bewusstseins bei ArbeitnehmerInnen, mit besonderem Augenmerk auf jene mit Migrationshintergrund, über Rechte im Arbeitsleben.

Vision

Die Entwicklung gesetzlicher und gesellschaftlicher Grundlagen, um für alle ArbeitnehmerInnen ein optimales Gleichgewicht zwischen Arbeitsleistung, Einkommen und Freizeit zu erlangen.

Strategie

Die Beobachtung von Veränderungen im sozialen Gefüge der Gesellschaft und die Herausarbeitung der auftretenden Missstände in diesem Prozess. Die gewonnenen Erkenntnisse – aus einer in die Zukunft orientierten Perspektive, analysieren, und in Form von Anträgen an Vollversammlung der Arbeiterkammer weiterleiten.

Im Rahmen von liberalen, demokratischen Idealen Projekte entwickeln, die Toleranz, den Respekt, die Chancengleichheit und Integration von ArbeitnehmerInnen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt und in der österreichischen Gesellschaft fördern.

Unser Menschenbild

Die Liste Perspektive sieht jeden Menschen als ein individuelles und einzigartiges Wesen an, welches mit seinem Verstand handelt. Jeder Mensch ist gleichwertig, da jeder unabhängig seiner Herkunft, seiner politischen Sichtweise, seinem religiösen Bekenntnis, seiner sexuellen Ausrichtung neben dem Recht auf soziale und politische Menschenrechte auch ein Recht auf Arbeit und Bildung hat.

Unsere Grundsätze beruhen auf dem emanzipatorischen Menschenbild, welches besagt, dass der Mensch von Natur aus gut ist. Der Mensch braucht die Gesellschaft um sich selbst zu verwirklichen. Er braucht die Gemeinschaft zur vollen Entfaltung. Wir anerkennen, dass der Sinn menschlichen Daseins über materielle Lebensziele hinausgeht und bekennen uns daher zu einer ganzheitlichen Sicht der Welt und des Menschen. Neben den sozialen, politischen und wirtschaftlichen, besteht für uns eine kulturelle, ethnische, religiöse und spirituelle Dimension des Menschen, die wir in unseren Entscheidungen mit einfließen lassen.

Freiheit

Da die Freiheit des Einzelnen an den Freiheitsansprüchen anderer ihre natürliche Grenze findet, braucht eine freie Gesellschaft den Ordnungsrahmen einer demokratischen, politischen Kultur. Selbstverständlich hat jeder Mensch das Recht als freies, verantwortliches Individuum anerkannt zu werden. Freiheit bedeutet für uns Selbstbestimmung, die sich auf das Gewissen und die Vernunft jedes einzelnen stützt. Aufgrund seiner Freiheit ist der Mensch für sein Handeln verantwortlich.

Freiheit bedeutet für die Liste Perspektive nicht grenzenlose Selbstentfaltung auf Kosten der Umwelt, sondern demokratisch gestaltete politische Willensbildung, die dem Einzelnen so viel Freiheit wie möglich einräumt und nur so viel Beschränkungen seiner Freiheit wie notwendig auferlegt. Wichtig ist dabei, dass in einer Gemeinschaft neben seiner eigenen Freiheit, auch die Freiheit der anderer akzeptiert und anerkannt wird, um die Freiheit seiner Mitmenschen nicht zu rauben oder zu gefährden. Jeder hat so viel Freiheit wie der andere.

Grund- und Freiheitsrechte

Die Liste Perspektive setzt sich für die Durchsetzung der Grund – und Freiheitsrechte ein. Die elementaren klassischen Grundrechte auf Leben, Freiheit und Eigentum bedürfen heute einer zukunftsorientierten Neudefinition und einer tragfähigen politischen Garantie, da an die Stelle der Bedrohung durch diktatorische Willkür heute vielfältige und unmerkliche Bedrohungen durch die Anonymisierung der Gesellschaft, durch Bürokratisierung und Zentralisierung der öffentlichen Einrichtungen sowie durch ökologische Fehlentwicklung getreten sind.

Das individuelle Recht auf Leben bedarf im Zeitalter der globalen Bedrohung der ökologischen Lebensgrundlagen der Erweiterung um das Lebensrecht zukünftiger Generationen.

Weiters zeigt uns die Geschichte, dass wir besonders Wachsam gegenüber faschistischen, rassistischen, totalitären, autoritären oder nationalistischen Denkweisen, sein müssen.

Leistung und Eigenverantwortung

Die Bereitschaft, Leistungen für sich und andere zu erbringen und Verantwortung für die Gestaltung des eigenen Lebens zu übernehmen stellt eine notwendige Voraussetzung für eine gut funktionierende Gesellschaft dar. Sie bildet darüber hinaus für den einzelnen Menschen eine grundlegende Möglichkeit, persönliche Lebensziele in Freiheit zu verwirklichen und seine Neigungen und Fähigkeiten im Interesse der eigenen Lebensgestaltung und zum Wohle von Gemeinschaften, denen er sich verbunden fühlt, zu entfalten.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung ist ein Menschenrecht. Die Liste Perspektive ist strikt gegen jede Einschränkung der Gleichberechtigung aufgrund Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Weltanschauung, oder sexueller Orientierung. Unserer Aufgabe ist es, bestehende Diskriminierungen in der Gesellschaft, jeglicher Art, ob gesellschaftliche Strukturen oder rechtliche Defizite bewusst zu machen und ihnen aktiv entgegenzuwirken.

Gleichberechtigung bedeutet für uns auch, die Sicherung der Rechte von Kindern und von künftigen Generationen in ökologischer und in ökonomischer Hinsicht.

Migration und Integration

Die Migrations- und Integrationspolitik stellt eine der große Herausforderung für die Gesellschaft, die Politik und die Wirtschaft.

Seit den 60er Jahren zählt Österreich als ein Zuwanderungsland. Für die Zukunft ist es wichtig, qualifizierte Einwanderung zu betreiben. Dabei ist es essentiell, Menschen die in unser Land kommen, so bald als mögliche einen Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt gewährt wird.

Integration ist ein wesentlicher Faktor für sozialen Zusammenhalt und wirtschaftliche Dynamik. Ziel dieses wechselseitigen Prozesses muss Akzeptanz und Chancengleichheit sein. Er verlangt von den zuwandernden Menschen, die europäischen Grund- und Menschenrechte sowie die Prinzipien unseres Rechtsstaates und der österreichischen Gesellschaft anzunehmen. Gleichzeitig fordert dieser Prozess von uns allen, deren Identität stiftenden Werte, Kulturen und Prinzipien zu respektieren.

Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund basiert auf frühzeitiger Förderung der Kinder, dem Erwerb guter Sprachkenntnisse und der (Höher-)Qualifizierung der Menschen. Integration im Rahmen dieses Modells muss darüber hinaus auf einem Anreizsystem basieren, das zum Ziel die Staatsbürgerschaft haben muss, wobei Rechte und Pflichten in Balance zu halten sind. Hier ist eine ausreichende staatliche Steuerung, die von der Konzeption über die Finanzierung bis zur Koordination aller relevanten Institutionen reicht, ein maßgeblicher Motor erfolgreicher Integrationspolitik.

Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche und zukunftsweisende Migrations- und Integrationspolitik ist eine sachliche und von parteipolitischer Polemik befreite Bewusstseinsbildung. Gestützt auf Sachinformationen stellt sie das Fundament gelebter Toleranz und Akzeptanz dar und bereitet einen fruchtbaren Boden für konstruktive Dialog- und Konfliktkultur.

Gesellschaft und Verantwortung

Die Liste Perspektive tritt ein für eine Gesellschaft ein, die in Ihrer Gesamtheit in Frieden miteinander auskommt und für gegenseitiges Verständnis und Toleranz steht. Jede/r die/der in Österreich lebt, trägt große Verantwortung für seine Mitmenschen und die staatliche Gemeinschaft. Wir wollen eine Gesellschaft, die jeden Menschen in seiner Einmaligkeit und Individualität toleriert und respektiert und somit gleichberechtigt und gleichwertig ansieht. Wir treten strikt gegen jede staatliche Bevormundung auf, die in kleinster weise die Menschen in Europa und vor allem in Österreich ihrer Freiheit beeinträchtigt.

Kultur

Kultur ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Kulturleistungen sind alle formenden Umgestaltungen eines gegebenen Materials, wie in der Technik, der Bildenden Kunst, aber auch geistiger Gebilde wie etwa im Recht, in der Moral, der Religion, der Wirtschaft und der Wissenschaft.

Bildung

Bildung bedeutet aus Sicht der Liste Perspektive praktizierte Aufklärung. Sie hat zum Ziel, den Stand des gegenwärtigen Wissens zu vermitteln, zugleich aber auch die Fähigkeit dieses Wissen kritisch zu hinterfragen.

Der liberale Bildungsbegriff orientiert sich am Ideal des mündigen, autonomen und verantwortungsbewussten Individuums. Oberste Bildungsziele sind Eigenständigkeit, Urteilfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Toleranz sowie die Bereitschaft zur Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen und kreativen Fähigkeiten.

Leben und Arbeit

Die Gestaltung des eigenen Lebens und die Einhaltung der gemeinschaftlichen Einrichtungen erfordern vom Einzelnen einen Beitrag in Form von Arbeit, gleichgültig ob es sich um Erwerbsarbeit im herkömmlichen Sinn, um Gemeinschafts-, Versorgungs- und Familienarbeit handelt (Mischarbeit).

Das Liberale Forum geht davon aus, dass die Organisation der damit verbundenen Arbeitsprozesse und Dienstleistungen sowie der Erzeugung und des Austausches von Gütern am besten durch das kompetente Handeln wirtschaftlich verantwortlicher Bürger in überschaubaren Strukturen bewerkstelligt werden kann. Durch die Möglichkeit, Arbeit und Wirtschaft eigenverantwortlich mitzugestalten, wird Arbeit zugleich zu einem wesentlichen Aspekt des kreativen Handelns des Menschen.

Privateigentum stellt für uns im Wirtschaftsleben eine unverzichtbare Grundlage eigenverantwortlichen Handelns dar, findet aber wie alle anderen Grundrechte seine Grenze in der Notwendigkeit, sozialen und ökologischen Missbrauch der mit dem Erwerb von persönlichem Eigentum und dessen Schutz stellen ein unverzichtbares Bürgerrecht dar.

Die Liste Perspektive bekennt sich zu einer humanen Arbeitswelt, die den Freiraum des Einzelnen erweitert und ihm die Möglichkeit persönlicher Sinnfindung eröffnet. Chancengleichheit, Leistungsgerechtigkeit sowie die Gleichstellung von Frau und Mann im Beruf sind dafür essentiell. Die Flexibilisierung von Arbeitsabläufen und Arbeitszeiten dient der Schaffung von Arbeitsplätzen und der qualitativen Verbesserung des Arbeitens.

Die Liste Perspektive steht dafür ein, dass jeder einzelner ein umfassendes Mitspracherecht am Arbeitsplatz hat, welche zur Ergänzung des Aufsichtsrat und Betriebsrats beihelfen kann und soll.

Soziale Verantwortung und Existenzsicherung

Die Liste Perspektive sieht es als eine Selbstverständlichkeit, den Menschen in unserer Gesellschaft zu helfen, wenn diese unzureichend oder gar nicht zur Selbsthilfe fähig sind.

Die Liste Perspektive setzt darauf, dass der Mensch in der Lage ist, in einer freien Wirtschaftsordnung volle Verantwortung für die Sicherung seiner Existenz und Sorge für das Wohl seiner Nächsten zu tragen.

Ökologische Verantwortung

Die Sicherung des Lebens und der Freiheit bedarf der Erhaltung bzw. der Wiederherstellung ökologischer Lebensgrundlagen. Das Wissen um die weltweiten ökologischen Zusammenhänge führt zur Einsicht, dass alles menschliche Handeln die Auswirkungen auf die ökologischen Kreisläufe berücksichtigen muß. Wir leiten daraus eine unteilbare Aufgabe des Einzelnen und der Gesellschaft ab, die bereits geschädigten Ökosysteme zu sanieren sowie Formen des Wirtschaftens, des Konsums, des Wohnens und Verkehrs zu entwickeln und zu leben, die eine ökologisch verantwortbare menschliche Zivilisation langfristig garantieren.

Ökologische Verantwortung schließt für uns die Fähigkeit und Bereitschaft des Einzelnen und der Gesellschaft ein, im Einklang mit der belebten und unbelebten Natur zu leben. Diese Grundeinstellung verpflichtet uns nicht nur zu einem maßvollem Umgang mit natürlichen Ressourcen, sondern auch zu einem respektvollen und artgerechten Umgang mit Tieren sowie zur Einhaltung internationaler Vereinbarungen zum Landschafts- und Artenschutz.

Die Sicherung der ökologischen Lebensgrundlagen bildet die Lebensbasis für den Einzelnen wie für die Gesellschaft und damit auch eine Voraussetzung für die Freiheit des Individuums. Der liberale Rechtsstaat schließt ökologische Garantien mit ein: Aus dem Recht auf eine gesunde Umwelt leitet sich die Verpflichtung des Staates ab, das öffentliche Gut „gesunde Lebensverhältnisse“ aufrechtzuerhalten bzw. wiederherzustellen. Eine weitere wichtige politische Aufgabe besteht darin, das öffentliche Wissen um und die gemeinschaftliche Sensibilität für die gesellschaftliche Dimension des Ökologischen herzustellen und politisch umsetzbar zu machen.

Die ökologische Verantwortung der Wirtschaftspolitik liegt darin, die Rahmenbedingungen für das Produzieren und Konsumieren so zu gestalten, dass ein Übergehen zu ökologischem Verhalten tatsächlich ermöglicht und attraktiv wird. In der Freiheit und Verantwortung des Einzelnen und der Gesellschaft liegt es dagegen, durch ein entsprechendes Konsumverhalten dazu beizutragen, dass umweltschonende Ressourcensparende und abfallvermeidende Produkte marktgerecht angeboten werden.

Ökologisches Handeln bedeutet mehr als Naturverwaltung. In der modernen Gesellschaft der Industriestaaten.